Das Evangelium nach Markus

Das Markus-Evangelium ist das kürzeste der vier biblischen Evangelien. Bisweilen wird daraus abgeleitet, es sei deswegen der älteste schriftliche Bericht über Jesus, und die anderen drei Schreiber hätten sich daran orientiert. Ebenso ist es aber möglich, dass die Evangelien an ganz verschiedenen Orten entstanden. Immerhin verbreitete sich die junge Christenheit recht schnell über den gesamten Mittelmeerraum. Aus der Länge oder Kürze des Berichts lässt sich daher nicht zwangsläufig eine chronologische Reihenfolge ableiten.

Dafür spricht auch die vermutliche Identität des Verfassers. (Johannes) Markus war ein Verwandter des Barnabas, stammte aus Jerusalem und begleitete Paulus und Barnabas zeitweise auf deren Missionsreisen. Er gehörte offenbar nicht zu den zwölf Aposteln. Beide Umstände könnten erklären, wieso das Markus-Evangelium relativ kurz berichtet, obwohl es wahrscheinlich zeitnah zum Matthäus-Evangelium entstand. Angaben zu Markus findet man in der Apostelgeschichte, im Kolosserbrief sowie im zweiten Brief an Timotheus.

Der Bericht des Markus legt vor allem Wert auf die Wundertaten, weniger auf die Reden. Dies spricht für seine Authentizität, da Markus ja kein ständiger Begleiter Jesu war. Da Markus bisweilen jüdische Sitten und Begriffe erklärt, ist davon auszugehen, dass sein Evangelium nicht nur außerhalb Palästinas geschrieben wurde, sondern auch für die dortigen Gläubigen bestimmt war.

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