Das erste Mose-Buch trägt oft auch den griechischen Namen „Genesis“ (Anfang, Herkunft). Es beleuchtet die Urgeschichte der Menschheit und beginnt mit der siebentägigen Schöpfung Tatsächlich werden nur sechs Tage voller schöpferischer Aktivitäten aufgezählt. Der siebente Tag wird (jedoch ebenfalls vom Schöpfer) als Ruhetag eingesetzt.

Anschließend wird aufgezeigt, wie durch eine anfänglich geringe Verfehlung die Sünde in die Welt kam, sich ausbreitete und im Laufe der Generationen in Mord, Habgier und Größenwahn mündete. In der Genesis wird zudem ein erster Blick auf den himmlischen Ursprung der Sünde gewährt. Aufgrund der Verdorbenheit der Menschen will Gott die in Sünde gefallene Schöpfung schließlich vernichten. Er bietet aber auch Rettung an. Jedoch nur Noah und seine Familie, insgesamt acht Menschen, glauben Gott und überleben daher die Sintflut. Auf dieses Ereignis weisen heute zahlreiche Fossilienfunde, geologische Formationen sowie die Überlieferungen vieler Naturvölker hin.

Nach der Sinflut zeigt sich, dass die Menschheit nicht lange braucht, um in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Die göttliche Weisung, die gesamte Erde zu besiedeln, missachten sie. Unter Führung eines gewissen Nimrods, eines Urenkels des Noah, bauen sie stattdessen ausschließlich Städte im heutigen Mesopotamien. Ein riesiger Turm soll sie dabei gegen Gott schützen, als Götzen-Heiligtum dienen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Der Turm soll bis an den Himmel reichen, was die Bibel humorvoll damit kommentiert, dass Gott sich erst einmal hinunterbeugen muss, um das Bauwerk genau zu betrachten… Schließlich schickt Gott den Menschen die Sprachverwirrung. Sie können nicht mehr als planvolle Einheit agieren, laufen auseinander und erfüllen so doch noch den Befehl, die ganze Erde zu besiedeln.

Nach dieser gesamtheitlichen Betrachtung der Menschheit beginnt eine neue Erzählung, welche sich nun auf eine bestimmte Familie fokussiert. Beschrieben wird die Geschichte des Abrahams und seiner nachfolgenden Generationen. Daraus entsteht der personelle Hintergrund aller weiteren Bücher im Alten Testament. Abraham wird heute von Juden und Moslems als Stammvater der nahöstlichen Völker angesehen. Auch dieser Konflikt wird anhand der Söhne Abrahams im ersten Mosebuch erwähnt, später noch einmal wiederholt durch Abrahams Enkel Esau und Jakob. Auf letzteren geht übrigens die Bezeichnung Israel zurück.

Das erste Buch der Bibel endet damit, dass sich die Großfamilie während einer nahöstlichen Hungerperiode in Ägypten ansiedelt. Dort hatte zwischenzeitlich Abrahams Urenkel Josef durch Gottes Hilfe eine hohe Stellung erlangt und mit Weisheit und Weitsicht eine Hungersnot verhindert. Die damit verbundene Erzählung dürfte übrigens der erste erwähnte Konjunkturzyklus der Weltgeschichte sein…

 .