Der Brief des Apostels Paulus an die Philipper

Von den anderen Briefen des Apostels Paulus unterscheidet sich der Philipperbrief durch eine ruhige, gelassene Grundstimmung. Obwohl Paulus durchaus an einigen Stellen Kritik übt, prägen nicht rhetorische Brillanz, geniale Argumentationen oder emotionsgeladene Klarstellungen dieses Schreiben. Der Philipperbrief trägt vielmehr den inoffiziellen Titel „Brief der Freude“. Dankbarkeit, Lob und Anerkennung sowie väterliche Ermahnungen dominieren diese insgesamt vier Kapitel, immer wieder durchflochten von persönlichen Anmerkungen. Der geistliche Inhalt des Philipperbriefes stellt Christus als Mitte des Glaubenslebens dar, ruft zur Einigkeit auf und warnt vor Verführern.

Man könnte vermuten, dieser Brief an die Gemeinde in Philippi (Mazedonien) sei Resultat einer Wohlfühlphase im Leben des Apostels. Doch das Gegenteil ist der Fall. Paulus verschweigt nicht seine Gefangenschaft und andere Schwierigkeiten, ja, er schwankt sogar zwischen Todessehnsucht und dem Wunsch, auf Erden noch mehr für Christus bewirken zu können. Stellenweise liest sich der Text wie das Resümee eines Lebenswerkes.

Aufgrund solcher Angaben vermuten viele Ausleger, dass dieses Schreiben im letzten Lebensabschnitt des Paulus, ca. 60-64 n. Chr., in Rom verfasst wurde. Dafür sprechen auch die Co-Autorenschaft seines einstigen Zöglings Timotheus sowie eine Bemerkung am Briefende: Paulus übermittelt Grüße von Gläubigen aus dem Haus des Kaisers.

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